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Encory – Joint Venture mit Zukunft

Encory, ein Joint Venture der BMW Group und der ALBA Group, entwickelt Lösungen, um Kfz-Teile wiederaufzubereiten und zu vermarkten. Dadurch werden wertvolle Ressourcen und Energie eingespart.

"Davon profitiert insbesondere auch der Kunde – er erhält ein professionell aufbereitetes und qualitätsgeprüftes Gebrauchtteil mit einem typischerweise günstigeren Verkaufspreis."

Gregor Eggl Geschäftsführer Encory

Das Thema Remanufacturing, also die industrielle Aufbereitung gebrauchter Teile, steckt in der Autoindustrie noch in den Kinderschuhen. Alte Fahrzeugteile wurden bislang meist entsorgt, nur ein Bruchteil wiederverwertet. „BMW hat sich deshalb entschlossen, das Thema Remanufacturing und Ressourcensammlung weiterzuentwickeln, um geeignete Teile wiederaufzubereiten und zurück in den Markt zu bringen“, erklärt Gregor Eggl, der vom Münchner Konzern stammt und nun einer der beiden Geschäftsführer von Encory ist.
Als kompetenter Partner für das Joint Venture kristallisierte sich Interseroh heraus, die die Beteiligung innerhalb der Alba Group nicht nur initiierte, sondern auch betreut. Langjährige Erfahrung mit dem Thema Recycling und Reverse­Logistik sowie im Aufbau neuer Geschäftsmodelle, umfassendes Fachwissen über Rohstoffe und entsprechende internationale Marktzugänge überzeugten BMW. Dazu verfügt Interseroh über ein sehr gutes Dienstleisternetzwerk, von dem das Joint Venture nun profitiert.

Encory schließt den Kreislauf für Kfz-Ersatzteile

Im Herbst 2016 wurde das Joint Venture, an dem die BMW Group und die ALBA Group zu je 50 Prozent beteiligt sind, gegründet. Operativer Start war Anfang Januar 2017 in Südeuropa. Encory bietet mit inzwischen rund 50 Mitarbeitern von der Logistik über die Aufbereitung der Kfz-Teile bis hin zur Entsorgung alles: Wird ein Teil in der Fahrzeugwerkstatt ausgebaut, erfolgt mit dem von Encory entwickelten „Dealer Frontend“ die Meldung an das Unternehmen. Encory kümmert sich in der Folge um eine effiziente Rückhollogistik, Sortierung und Identifikation. Ist eine Aufbereitung des gebrauchten Teiles nicht möglich, wird es fachgerecht entsorgt bzw. recycelt.

Andernfalls entsteht durch Remanufacturing ein ‚Reman’-Teil, das qualitativ einem Neuteil in nichts nachsteht. „Davon profitiert insbesondere auch der Kunde – er erhält ein professionell aufbereitetes und qualitätsgeprüftes Gebrauchtteil mit einem typischerweise günstigeren Verkaufspreis“, erläutert Eggl.

Strategisch betrachtet trägt das neue Unternehmen somit auch zu einer höheren Kundenloyalität für die BMW Group bei. Denn es schafft für die Vertragshändler ein attraktives Angebot, wenn es um die zeitwertgerechte Instandhaltung von älteren BMW- und MINI-Fahrzeugen geht.Insbesondere bei Fahrzeugen, die älter als sechs Jahre sind, ist das eine interessante Alternative.
Jedes gebrauchte Teil, das aufbereitet und wieder verkauft wird, muss nicht neu produziert werden“, bewertet Hanno Großeschmidt, der von Interseroh kommende weitere Geschäftsführer von Encory, den ökologischen Effekt des Remanufacturings. Verglichen mit der Herstellung von Neuteilen liegt das Einsparpotenzial dadurch weltweit bei 85 Prozent des Rohmaterials und 55 Prozent der Energie. Zudem können jährlich mehrere Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. „Allein pro wiederaufbereitetem Motor sparen wir rund 150 Kilogramm CO2 ein.“

Roll­out des Konzepts bis 2020

Im Fokus der weiteren Entwicklung von Encory steht die technische Anbindung von Bestell- und Rücksendeplattformen. „Die Händler verfügen bereits über eine umfassende IT-Infrastruktur. Unsere Anwendungen müssen sich mit deren Systemen gut koppeln lassen und zudem leicht bedienbar sein“, so Eggl. Bereits im dritten Quartal 2017 soll Encory auch nach Deutschland kommen, bis 2020 steht dann der Roll-out in den zwölf wichtigsten Märkten von BMW in Europa, Asien und den USA an.